Flussbad und Badwiesn

Ein rundes Jahrhundert lang gehörte der Kamp zum essentiellen „Betriebskapital“ von Stiefern, denn er bot den Gästen der einstigen Sommerfrische eine bestens frequentierte „Flussbadeanstalt“. Die althergebrachte Bade-Romantik endete zwar spätestens in den 1970er Jahren, doch der ideelle Stellenwert des Bade-Areals dauert fort: Auf die Funktion als Bad wird von vielen aus Tradition immer noch zurückgegriffen, und da der Kamptal-Radweg fast unmittelbar am einstigen Flussbad vorbei führt, machen immer wieder auch Radfahrer vom Angebot der Abkühlung Gebrauch. Im Laufe der Zeit sind viele innovative Versuche der Nachnutzung dazu gekommen. Vor allem auf Initiative des Verschönerungsvereines Stiefern hat sich im Badegelände Etliches an zeitgemäßer Infrastruktur angesammelt: Dusche, WC, Wasserrutsche, Kinderspielplatz, öffentlich zugänglicher Griller, Ruhebänke, gepflegter Rasen, weiters eine Informationstafel des Naturparks „Kamptal-Schönberg“. Auf Initiative der Freiwilligen Feuerwehr Stiefern hat sich die „Badwiesn“ darüber hinaus als beliebter Festplatz etabliert. Diese beachtlichen, größtenteils auf ehrenamtlicher Basis erbrachten Errungenschaften sind mit dem Hochwasser vom August 2002 buchstäblich den Bach hinunter gegangen. Den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und des Verschönerungsvereines ist es zu verdanken, dass das Gelände nach Plänen des Hundertwasser-Architekten Peter Pelikan, der in Stiefern ansässig ist, rasch neu gestaltet und aufgebaut wurde. Nach unzähligen freiwilligen Arbeitseinsätzen ist das Kampbad eine wahre Augenwiede und wieder ein beliebter Bade- und Aufenthaltsort. Das Festgelände ist voll ausgestattet und bietet die Möglichkeit, die Infrastruktur auch privat zu mieten.